In Hohenems wurde im Januar 2008 ein neuer, ambitionierter Kulturverein gegründet. Der Verein beschäftigt sich mit der historischen Darstellung (museales Reenactment) der wohl nicht allzu zahlreichen Alamannen, die bereits zwischen 550 bis ca. 610 n. Chr. im heutigen Gebiet von Vorarlberg gesiedelt haben dürften.
Die „Alamannen von Rhî-Ems“ haben sich einer gemischten, vorchristlichen wie auch christlichen Darstellung verschrieben. „Bereits als Columban und Gallus in das Gebiet des heutigen Vorarlberg kam, gab es – vor allem in Brigantium schon Frühchristen in der romanischen Bevölkerung“, so Obmann Martin Stock. Eine gemischte Darstellung ist aber schon alleine deshalb möglich, da die von diesem jungen Verein dargestellten bukinobantischen Alamannen schon „vor oder während ihrer langen Wanderschaft vom fränkischen Grenzgebiet in das Alpenvorland“ mit Christen in Berührung gekommen sein dürften.
Im Gegensatz zu anderen Gruppen, wird bei den „Alamannen von Rhî-Ems“ eine Sippe mit einer durchaus denkbaren Vergangenheit und Entwicklung rekonstruiert. Über ein Sippenoberhaupt mit seiner Frau und einem jüngeren Bruder, über einem Ziehsohn und einer kleinen Gefolgschaft kann damit die Darstellung des täglichen Lebens der Alamannen mit einer völlig neuen Qualität erfolgen.
Zudem haben die „Alamannen von Rhî-Ems“ gezielt mit mehreren Linguisten aus der Schweiz und Deutschland Kontakt aufgenommen und planen in naher Zukunft auch die ältesten bekannten althochdeutschen Dialekte bei ihren Darstellungen einzubringen. Ein aufwändiges aber spannendes Experiment!
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