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GlaubensROT

Bis ins Mittelalter wurde die heilige Jungfrau Maria mit roten Haaren gemalt... und Engel traten in roten Gewändern auf. Beim Isenheimer Altar verkörpert die Farbe Rot in Christus' Gewand sogar eine ganze Reihe von Symbolgehalten: Farbe der Märtyrer und deren Blut, Macht und Herrschaft über Leben und Tod, aber auch Glaube, Erfüllung und Liebe. Das Gewand erinnert an eine lodernde Flamme und symbolisiert in seinem Streben gegen den Himmel das Sinnbild des Göttlichen.

War es reiner Selbstzweck, der die Kirche im 15. Jahrhundert bewog, die Farbe Rot negativ zu besetzen? Aus den nordischen Göttern schufen sie die Gestalt des Teufels mit roten Haaren und rotem Bart. Frauen mit roten Haaren machte sie alsbald zu Huren oder vermeintliche Hexen – Teufelsbuhlerinnen, die nur durch das rote Feuer vom Einfluss des „Roten“ gereinigt werden konnten. Der Kirche gelang es damit gleichzeitig die Reste heidnischen Glaubens und auch die damals gelebte Sexualität (mit der die Farbe Rot ebenfalls assoziiert wurde) im wahrsten Sinne des Wortes „zu verteufeln“. Welche Bedeutung hat ROT aber heute in der christlichen Glaubenslehre?

Original (auf Keilrahmen)
Druck auf Leinwand (geklebt, versiegelt und gespachtelt)
40 x 40 cm

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