Dienstag, 20. April 2010
MASHART-KUNSTAUSSTELLUNG „4-4-2“ IN FELDKIRCH
Leuchtende Farben, aufbrechende Lichter, zuschmierende Tiefen, greifbare Schichten: mehr oder weniger abstrakt präsentieren sich die aber dennoch jederzeit deutlich erkennbaren Motive aus der Welt des runden Leders bei den verschiedenen Arbeiten. Und diese werden von den beiden Künstlern natürlich mit Vorliebe im proklamierten “pragmatischen Spiel einer Viererkette“ präsentiert.
Dabei handelt es sich ausnahmslos um (in einem sehr aufwändigen Prozess entstehende) Arbeiten in „Mischtechnik“: mit Pigmentfarben auf Canvas beschichtete, individuell bearbeitete realistische und abstrakte Fotosujets, die wiederum mit verschiedenen Techniken und unter Verwendung unterschiedlichster Materialien in mehreren Schichten malerisch überarbeitet wurden.
Fußball als Phänomen
Fußball gilt als eine der beliebtesten und am weitesten verbreiteten Sportarten weltweit. Laut Angaben des Weltfußballverbandes FIFA üben über 265 Mio. Menschen in mehr als 200 Ländern diesen Sport aus. Fußball muss man deshalb – so Griss und Stock - über das Spiel hinaus als positives kulturelles, historisches, soziales und vor allem auch gesellschaftspolitisches Phänomen begreifen. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes, denkt man nur etwa an die Erlebnisse des vom DFB zu seinem „Goldenen Spieler“ gewählten Fritz Walter, anno 1945 in Sowjetischer Kriegsgefangenschaft.
Und abgesehen vom Erlebniswert oder vom Adrenalinfluss während eines Spiels? Fußballmannschaften sind gerade heute Wochenende um Wochenende für viele Menschen wichtige heimatliche Anker in unserer globalisierten Welt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene finden in hervorstechenden Spielern ihre Vorbilder und gleichsam Ansporn für unsere leistungsbetonte Gesellschaft. Fußballmannschaften entwickeln sich mehr und mehr zu einem Spiegelbild unserer kulturellen und sozialen Struktur. Es ist ein Völker-verbindender Kampf unter dem Aspekt des Wettkampfes, des Vergleiches…
Keine Frage: Die Fußball-Weltmeisterschaft wird zu DEM Ereignis des Jahres 2010. Das Phänomen Fußball kann auch diesmal wieder verbinden – Nationen, Völker, Religionen, Parteien, ... Kein Wunder also, wenn das erfolgreiche Team Griss und Stock dieses Ereignis mit einer innovativen Kunstausstellung würdigt. Mit Werkreihen bei denen sich alles um das Geschehen auf dem Spielfeld dreht, die im Kern den Sport an sich in das Zentrum der künstlerischen Betrachtung stellt. Die gleichsam aber Wertigkeiten spürbar und aus dem Phänomen „Fußball“ heraus eine weitere, eher ungewohnte Stimme hörend machen soll.
Ilona Griss, geboren 1973 in Alberschwende. 1992 erste Gemeinschaftsausstellung, 1995 Eröffnung eines Ateliers in Alberschwende, kurz danach die erste Einzelausstellung. Seitdem diverse Projekte, Präsentationen, Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen. Mitglied der Vorarlberger Künstlergruppe „LändleX“.
Martin Stock
, geboren 1967 in Offenbach (D). 1993 erste Gemeinschaftsausstellung, 1998 Gründung eines Ateliers für Werbung, Kunst, und Kultur. 2001 erste Einzelausstellung. Gründet 2003 „LändleX“. 2004 Produktion und Uraufführung seines Musicals „Alamanni – ein Nornenspiel“. 2007 „move“ als begleitende Ausstellung der Weltgymnaestrada. Arbeitet meist in konzeptionellen Themenreihen, initiierte zahlreiche Kunstausstellungen junger wie etablierter Künstler im Hohenemser at&co.
